Abou Chleih

{the magic lies between the brackets}

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Schlagwort: SV

Vergasertausch bei der SV 650

Da ich endlich ungedrosselt unterwegs sein darf und ich kostengünstig an einen guten, ungedrosselten Vergaser gekommen bin, habe ich mich entschieden, nicht die Gasschieber im alten Vergaser zu tauschen, sondern den gesamten Vergaser zu wechseln.

Zuerst muss man den Tank hochklappen und die Airbox entfernen, außerdem ist bei der S-Version die Verkleidung zu entfernen. Dies ist soweit – hoffe ich – nicht erklärungsbedürftig und sollte von jedem beherrscht werden.
Anschließend sollte euch der Vergaser gut zugänglich sein:

Vergaser ist nun sichtbar
Bildquelle: http://www.bluepoof.com/motorcycles/howto/svs_carb_sync

Nun sollte man zuerst alle Kabel und Schläuche entfernen:
Da wären in Fahrtrichtung rechts einmal der Benzinschlauch (1), sowie eine elektrische Steckverbindung für den TPS (2).
Diese sind zu trennen. Dabei ist zu beachten, dass der Tank entweder geleert wird oder der dicke Benzinschlauch, welcher zum Verteiler führt, abklemmt wird. Sonst schießt einem das Benzin entgegen.
Benzinschlauch Steckverbinder

WP_20140222_004

Nun geht man auf die rechte Seite (in Fahrtrichtung) und zieht dort die Standgasschraube aus der Halterung, sowie den Unterdruckanschluss vom Benzinverteiler.

Vergaser_hinten_tstueckWP_20140222_008
Anschließend entfernt man den Chokezug vom Lenker (linke Seite). Dazu entfernt man die zwei Schrauben (7 und 8) , welche in die Bedieneinheit für Blinker, Hupe und Choke führen.
Lenker_ChokeWP_20140208_006

Nun entfernt man die Bedienheit vom Lenker und entfernt den Chokezug vom Chokehebel.
Jetzt muss man noch die beiden Schrauben, welche den Vergaser auf den Zylindern halten lösen.
WP_20140222_001

Anschließend kann man den Vergaser vorsichtig hochziehen und die Gaszüge aushängen, indem man diese aus der Halterung nimmt (Muttern lösen und Zug rausziehen) und den Vergaser etwas dreht.

WP_20140217_008

Abschließend den Vergaser abnehmen. Das war’s!
Jetzt kann man den neuen Vergaser einbauen und dann synchronisieren.

Vergasersynchronisation der SV 650 per Schlauchwaage

Wenn Vergaser nicht synchron sind, so hat das negative Auswirkungen auf den Motorlauf, da die Zylinder nicht mehr mit- sondern gegeneinander arbeiten, also aus dem „Takt“ sind.
Die Folgen sind:

  • schlechte Gasannahme
  • ruppige Lastwechsel
  • weniger Leistung

Will man nun die Vergaser bei der SV 650 synchronisieren, kann man sich Synchronuhren kaufen oder sich selbst ein Messgerät bauen – die Schlauchwaage.
Man benötigt:

  • einen ca. 3m langen, ca 9mm (Innendurchmesser) dicken Schlauch (bspw. aus der Aquaristik)
  • einen ca. 2m langen, ca. 6mm (Innendurchmesser) dicken Schlauch
  • 2 Schlauchschellen zum Fixieren der Schläuche (
  • 2 Schlauchverbinder von 9mm auf 6mm
  • T-Stück 6mm/6mm/6mm
  • Kabelbinder
  •  1 ca. 1,50m hohes, 50cm breites Brett

Der Aufbau ist simpel.
Man montiert das ganze dann wie in der folgenden, top gezeichneten Skizze:

Schlauchwaage_Skizze

Bevor man die Schlauchverbinder aufsteckt und das System „abschließt“ muss man die Waage noch mit einer Flüssigkeit füllen. Besonders eignet sich hier Öl, da es nicht zu zäh und nicht zu flüssig ist.
(Ich nahm Motorendöl, welches ich gerade da hatte, man kann aber auch Speiseöl nehmen… hauptsache nicht zu flüssig, da das ganze so sehr instabil wird und die Ganze stark wackelt!)
Dann füllt man das Öl ein, bis man ca. 1/3 – 1/2 der Höhe erreicht hat (siehe Skizze).

Erstmal zum Prinzip des Ganzen:
Die Vergaser erzeugen einen Unterdruck, sollte der Vergaser nun asynchron sein, so ist der Unterdruck am entsprechenden Vergaser höher/niedriger als am anderen.
Wenn ich nun den Druck an beiden mit der Schlauchwaage vergleiche, zieht es das Öl an einer Seite stärker hoch als an der anderen – die Waage ist ungleich.

Und nun zum eigentlichen Synchronisieren der Vergaser.
Zu aller erst entfernt man die Verkleidung bei der SV 650 S, klappen den Tank hoch und entfernen die Airbox.
Wenn man das getan hat, sollte eure SV etwa so aussehen:

Vergaser_offen

Nun schließt man am Benzinanschluss des hinteren Vergasers das T-Stück an, indem ihr den Benzinschlauch abzieht und jenes am linken Ende anbringt.
Anschließend verbindet man das T-Stück mit dem Benzinanschluss.
Zu guter letzt verbindet man die Schlauchwaage mit dem T-Stück.
Es sollte dann ca. so aussehen:
Vergaser_hinten_tstueck

Am vorderen Vergaser wird es nun kniffliger, denn der Unterdruckanschluss befindet sich an einer schlechten Position, man kommt aber mit etwas Fingerspitzengefühl durch den Rahmen an den Anschluss, welcher mit einer Kappe versehen ist. Diese entfernt man.
Achtung: Die Abdeckung kann etwa festgegammelt sein, mir ist diese gerissen. Jetzt kann man entweder eine neue Abdeckung kaufen (ca. 4€) oder den Schlauch, den wir später anschließen abknicken und mit Kabelbindern fixieren (habe ich getan).
Vergaser_anschluss_vorne

Nachdem man die Kappe entfernt hat, steckt man den Schlauch zur Schlauchwaage auf.
Vergaser_anschluss_vorne_schlauch

Nun kann man den Motor starten. Sollte er nicht richtig laufen, überprüft man, ob die Schläuche fest auf den Anschlüssen sitzen und der Vergaser sonst keine Falschluft zieht.
Nun lässt man den Motor etwas warmlaufen, bis er die Leerlaufdrehzahl erreicht hat und stabil hält.
Wenn man nun auf die Schlauchwaage blickt, sieht man, falls die Vergaser asynchron sind, dass die Flüssigkeit in einer Richtung gezogen ist.
Nun stellt man die Vergaser mit einem Schraubenzieherdreher ein, indem man die Synchronisierungsschraube (siehe Bild unten) minimal dreht und abwartet, wie der Vergaser reagiert (Flüssigkeit wandert in eine Richtung).Synchronschraube

Sind die Vergaser richtig eingestellt, so ist das Öl etwa in Waage (richtig perfekt muss es nicht sein!).

Synchrone Vergaser

Nun die SV wieder zusammenbauen, die Schläuche/T-Stücke abnehmen und das Motorrad wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen.
Die Abdeckung am vorderen Vergaser anstecken (falls nicht defekt), ansonsten, wie bereits gesagt, neu kaufen oder den Schlauch einfach abknicken und per Kabelbinder fixieren.
Fertig!
Jetzt kann man sich über geschmeidigere Lastwechsel, einen ruhigeren Lauf und etwas mehr Leistung freuen.

Nie wieder! – Endloskette an der SV 650

So war es mal so weit.
Die alte Kette meiner SV hatte ihren Zenit erreicht (sogar schon überschritten) und musste gewechselt werden.
Also schnell zur Tante L. gefahren und eine neue Kette gekauft – leider gab und gibt es dort nur Endlosketten (also Ketten, die schon komplett vernietet waren).
Kein Problem, dachte ich, baue ich halt kurz die Schwinge raus und ziehe die neue Kette drauf.
Das soll sich noch als großer Irrtum herausstellen.
So hat die SV einige Probleme, die das Aufziehen einer Endloskette erschweren:

  1. Man muss zum Ausbau der Schwinge den Krümmer und das Federbein ausbauen
  2. Die SV hat keinen Hauptständer
  3. Die SV ist hinten schwerer also vorne

So benötigte ich eine Leiter, die ich so aufstellte:
IMG_20130625_210731

Vorne stemmte ich das Bike mit einem Ständer für das Lenkkopflager hoch.
Nun waren die Probleme eins und zwei beseitigt.
Ich baute nun die Schwinge aus, was auch wieder nur mit Spezialwerkzeug (einem sog. Nutmutternschlüssel) funktionierte und habe gedacht, dass es damit erledigt sei, leider lässt sich die Schwinge beim Ausbau der Schwingenachse nicht weit genug herausziehen, um die Kette einzufädeln.
So musste ich nun den gesamten Krümmer mitsamt Endtopf und das Federbein ausbauen.
Schlussendlich, nach einigen Stunden Arbeit habe ich dann also alles ausgebaut und das neue Kettenrad, Ritzel und die neue Kette einbauen können.
Fertig mit der Arbeit, nur noch zusammen bauen.
Nun habe ich eine neue Kette, viel Öl an den Händen, die Maschine ist dreckig und muss gewaschen werden… und das alles wegen einer Kette.
Das nächste Mal werde ich einfach eine offene kaufen 😉

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